Quiche mit Zucchini und Tomaten

Heute ma Freestyle & ich gucke in die Röhre

Quiche mit Zucchini und Tomaten

Quiche mit Zucchini und Tomaten

Ich bin fix und alle. Wir haben gerade zu zweit den Star dieses Beitrags verspeist. Also die Hälfte! Nicht dass man meint, es wäre ein Gelage gewesen! Es war lecker, aber das war so zwischendurch nicht abzusehen. Und das war es ca. 1 Stunde lang nicht. Um genau zu sein: 1 Stunde und 15 Minuten. So lange hat nämlich meine heutiges Essensprojekt im Ofen verbracht – und das war aber so was von gar nicht die Zeit, die ich mir so gedacht hatte… Da kann man schon mal eine kleine bis mittlere Küchenkrise bekommen und hektische Flecken noch dazu.

Aber fangen wir mal von vorne an… ich schalt mal nen Gang runter, kurz durchatmen und bitte:
Also. Ich wollte heute unbedingt Quiche machen. Ja, wieder nicht sooo ultra diätisch, wie ich es angekündigt hatte, aber hey, dafür Soulfood durch und durch. Und genau das brauchte ich heute. Damit sichergestellt war, dass es richtig gesund und lecker wird, habe ich nur Bio eingekauft. Das war mir wichtig, damit die Gemüsequiche auch nach was schmeckt. Rezepte hatte ich mir diverse angeschaut mit dem Ergebnis: Och, machen wir ma Freestyle! Ich hab schließlich schon andere Quiches gemacht (lange ists her!!). Zwiebelkuchen – eines meiner Top-Rezepte – geht ja auch so ähnlich. Außerdem weiß ich, was lecker ist und ganz generell stelle ich fest: Das wird ja wohl mal überhaupt kein Problem sein!

Quiche mit Zucchini und Tomaten

Also weg mit dem Rezept und frei nach Schnauze losgelegt. Nee, stimmt ja nicht: Den Teig habe ich haargenau nach Rezept gemacht. Bei Teig trau ich mir nicht so viel zu, also hieß es für den ersten Schritt: keine Experimente! In Sachen Belag und Guss war ich dann siegesgewiss, dass ich die richtige Idee hab, ganz im Sinne von: Das machen wir jetzt einfach so. Und dann so. Dann ein bisschen so. Und am Ende wird es der Knaller.

Nuuun, es war ein Leichtes, das Gemüse zu schnibbeln und in Schichten anzuordnen. So ein Guss, den bekommt man auch hin, da mixt man was zusammen und macht mal so 4 Eier rein – das war der Durchschnittswert all der Rezepte, die ich gelesen hatte. Zack, ab damit in den Ofen. Den stellen wir mal auf 20 Minuten ein bei 180 Grad. Dann sollte das passen. Dann die Tomatenscheiben oben drauf und – voll verrückt – Kleckse vom Ziegenkäse. Dann noch mal 10 Minuten Vollstoff backen und fertig.

Jaaa, Pustekuchen! Nach den von mir ambitiös angestrebten 30 Minuten sah alles noch sehr flüssig aus. Naja okay, so ein Auflauf braucht ja auch seine 40 Minuten. Na denn. Nach 40 Minuten kaum eine Veränderung. Juuut, machen wir ma 50 draus. Hmm… der Gabeltest zeigts: flüssig! Langsam macht sich Panik breit, dass diese Freestylesache eine dumme Idee war und diese wunderbare Quiche nichts wird, am Ende rabenschwarz von außen und oben, dafür innen flüssig. Och neee!! Nun hieß es, mit Plan vorzugehen. Der da lautete: Vor den Ofen setzen und warten und zugucken, was sich tut – damit man gegebenenfalls sofort einschreiten kann. Das habe ich dann noch mal insgesamt 25 Minuten gemacht mit ständiger Gabelprobe, ängstlichem Starren auf den schönen Kuchen und der Bereitschaft, diese Quiche zu retten – koste es, was es wolle.

Quiche mit Zucchini und Tomaten

Nach sage und schreibe 1 Stunde und 15 Minuten Bangen sieht der Kuchen dann doch auf einmal gut aus. Ha! Also raus damit, Gabelprobe… Bestanden! Also wird das gute Stück vorsichtig vom Rand der Springform entfernt und siehe da…. Diese Quiche ist gar nicht sooo schlecht. Der Rand ist ein bisschen braun geworden, aber das stört mich eh nie. Und hey, es war am Ende für mich nicht mehr zu erwarten, dass sie doch so hübsch werden würde. Also darf sie fotografiert werden.

Es bleibt natürlich ein hohes Restrisiko und ein Bangen meinerseits, denn: Noch hat niemand ein Stück probiert! Geht ja nicht, weil erst Foto und so, ist ja klar, ne? Nuuun, nach der Abkühlphase, die zum Fotografieren verwendet wurde, gings dann um die Wurst, also um die Quiche. Es wird probiert. Und was soll ich sagen: Alles richtig gemacht! Sie IST lecker. Bester Beweis (damit ihr mir auch glaubt – und ich mir auch) ist wohl die Aussage von Mister Stilettosandsprouts: „Lecker. Und das obwohl gar kein Flesich drin ist!“ Na bitte. Ende gut, alles gut. Auch wenn ich beim besten Willen nicht mehr damit gerechnet hätte. Ein dreifach donnerndes: Puuuuh!

Quiche mit Zucchini und Tomaten

Also ihr Lieben, hier habt ihr nun das Rezept. Woran ihr euch nicht wirklich halten müsst! Nein, im Ernst, jeder macht den Guss ein bisschen anders. Die einen garen das Gemüse vorher in der Pfane, die anderen nicht. Ich habe Ziegenfrischkäse mit ind en Guss gerührt, da ich absolut drauf stehe. Wer ihn nicht mag, lässt ihn einfach weg. Oder nimmt anderen Käse. Alles ist möglich – feel free! Das einizge, was ihr wirklich beachten müsst, ist euer Werk im Ofen. Immer im Blick haben, dann wird die Quiche ein Knaller!

Hier jetzt aber endlich die Freestyle-Variante zum in die Röhre gucken (im positiven Sinne, versteht sich!):

Zutaten

Für den Teig
300 gr Mehl
1 großes Ei
150 gr weiche Butter
2 EL Wasser
Salz

Für den Belag
1 1/2 mittelgroße Zucchini
5 mittelgroße Strauchtomaten
1 mittelgroße Gemüsezwiebel
frisches Basilikum
2 – 3 Zehen Knoblauch
Salz & Pfeffer

Für den Guss
1 kleiner Becher Joghurt (ca. 150 gr)
1 Becher Sahne (ca. 200 gr)
4 mittelgroße Eier
1,5 EL Ziegenfrischkäse
Salz & Pfeffer

Und so gehts

  • Mehl sieben, Ei, Salz und Butter in die Mitte geben und mit ca. 2 EL Wasser verkneten.
  • Den Teig zu einer Kugel formen und in Frischhaltefolie gewickelt ca. 1 Stunde kühl stellen.
  • Eine Springform (ca. 30 cm Durchmesser) einfetten.
  • Den Teig dünn ausrollen, in die Form legen und den Rand hochziehen und andrücken.
  • Den Teig mit einer Gabel einstechen und ca. 15 Minuten bei 180° C Umluft im vorgeheizten Ofen vorbacken.
  • In der Zwischenzeit die Zucchini in dünne Scheiben schneiden, die Tomaten in mitteldicke Scheiben schneiden, die Zwiebel in dünne Ringe schneiden und den Knoblauch fein hacken.
  • Für den Guss Sahne, Joghurt, Ziegenfrischkäse und die Eier in einer Schüssel verquirlen. Mit Salz und Pfeffer gut würzen.
  • Nun mit dem Schichten beginnen: Zuerst eine Lage Zucchini, dann Zwiebeln mit Knoblauchwürfeln, dann eine Lage Tomaten, darauf wieder Zwiebeln, Knoblauch und Basilikum. Die Tomaten auf Wunsch mit Salz, Pfeffer und ein wenig Zucker würzen. Nun folgt wieder eine Schicht Zucchini.
  • Anschließend den vorbereiteten Guss über das Gemüse gießen.
  • Nun kommt das Ganze in den Ofen. Insgesamt waren es bei 180° C Umluft 1 Stunde und 15 Minuten. Diese Zeit kann variieren, je nach Ofen. Ich habe nach der Hälfte der Zeit 5 Tomatenscheiben oben auf die Quiche gelegt, außerdem Ziegenfrischkäsekleckse und ein paar Basilikumblätter.
  • Wenn der Guss fest ist, die Quiche aus dem Ofen nehmen, vorsichtig aus der Form lösen und abkühlen lassen.
  • Lauwarm servieren mit ein paar Sprenkeln Olivenöl und ein paar Blättchen Basilikum.

Dazu passt ein grünser Salat und ein gut gekühlter Weißwein.
Lasst es Euch schmecken!

Quiche mit Zucchini und Tomaten

Quiche mit Zucchini und Tomaten

Wie sind Eure Erfahrungen mit Quiches? Auch ein zähes Warten? Ist Euer Backofen eine Diva? Was haltet Ihr von Freestylerezepten? Ich freue mich über Tipps, Anregungen und gerne auch Anekdoten!

♥ Habt einen schönen Abend! ♥

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8 thoughts on “Quiche mit Zucchini und Tomaten

  1. Hey Katja,
    ich habe mich gerade selbst gesehen und gelesen…
    Hast Du eine Ahnung wie viele Stunden in Summe ich vor dem Backofen sitzend schon verbracht habe? Ich habe in die Röhre gestarrt, mir die Nase an der Glasscheibe verbrannt, fast einmal eine Acrylamit-Rauch-Vergiftung bekommen als ich die Tür öffnete (bin wohl vor dem Ofen eingeschlafen), habe diverse Bücher im Schneidersitz dabei gelesen, Nägel lackiert, mir über eine Couch für die Küche Gedanken gemacht, wollte eine Backofen-Stalker-App erfinden, habe „ich sehe-was-was-Du-nicht-siehst-und-das-ist-noch-nicht-gar“ gespielt, hatte Suzid-Gedanken (nicht wirklich), habe Frustrations-Reste-aus-Weinflaschen-trinken-gemacht und und und. Meistens wurde am Ende alles gut und ich habe nebenher noch einiges geschafft (siehe Nägel, Bücher usw.) oder ich war schlichtweg betrunken… *ähm*
    Deine Freestyle-Quiche sieht meeeega lecker aus! Gemüse und Mürbeteig und auch noch Ziegenkäse….wuuuuuhuuuuuu…yeah, that’s my taste! Wenn ich nächste Woche mal ne Auszeit brauche, gibt es diese Quiche. Und dann werde ich mir ein dickes Kissen vor den Ofen legen, mir einen Stapel Kochzeitschriften holen, meine Personal zum permanenten Nachschenken verdonnern und ganz meditativ immer mal verträumt in den Ofen schauen. Und dann denk ich Dich 😉
    Liebe Grüße und danke für Dein tolles Freesyle-Rezept!
    Tanja

    1. Oh Tanja, du glaubst gar nicht, wie mich das jetzt beruhigt!! Man denkt ja am Ende, man ist die einzige, die es nicht hinbekommt / die kapituliert vor einer simplen Qucihe / die es dann auch noch erzääählt !! / warum genau hat sie noch mal diesen Blog?!! 😀 Ahjaaa, dann bin ich aber froh, dass du auch schon Stunden deines Lebens in die Röhre geguckt hast, so zu sagen. Aber ich finde ja den Plan mit dem Relaxen vor dem Ofen, dabei Rezepte studieren und selbstverfreilich Getränke kredenzt zu bekommen, ohne die Position wechseln zu müssen, grandios! Das ist doch tiefenentspannt. Am Ende hat so ein Quicheabenteuer (wer braucht Bungee Jumping, wenn er ne Quiche backen kann?!!) doch viel mehr Reiz, oder? Und wenn du dabei dann noch an mich denkst, aaah, wie scheee is das denn?! Also für mich!! Du bist die Beste!
      Ich wünsche Dir noch einen wundervollen Abend und lese begeistert weiter über deine Salat-Exzesse! Go Tanja, go Tanja, du schaffst es!!
      Liebe Grüße
      Katja

  2. Hello hello Katja,
    ich habe gerade deinen neuen Post entdeckt und jetzt habe ich direkt wieder Hunger! Die Quiche sieht meeeeeeeeega lecker aus. Ich finde ja Ziegenkäse im Essen und das Leben ist direkt 10 mal besser. 😉

    Und ich kann dich beruhigen – mir geht mit dem „in die Röhre schauen“ ziemlich ähnlich. Ich habe sogar schon extra die Bedienungsanleitung des Backofens auswendig gelernt, aber, ganz ehrlich, danach war ich genauso schlau wie vorher. Aber wie Tanja schon meinte, meistens ist am Ende doch alles ganz gut gegangen – und vor allen Dingen lecker.

    Ich glaube, ich muss dringend mal wieder eine Quiche machen – MIT Ziegenkäse!

    Liebe Grüße aus dem Süden und ein wundervolles (sonniges!) Wochenende,
    Doro

    1. Doro! 🙂 WIe schön, dass Du vorbei gekommen bist!! Freu mich sehr! 🙂
      Ach Mensch, danke dir, es beruhigt mich echt zu wissen, dass auch andere so ihre Erfahrungen mit Quiches und dem in die Röhre Gucken gemacht haben. Ich dachte wirklich, ich hätte irgendwas totaaal verkehrt gemacht und nie wieder Freestyle! Dabei liebe ich Freestyle – das geht uns ja wahrscheinlich allen so. So war das auch mit dem Ziegenkäse in der Quiche – davon hatte ich nirgendwo was gelesen – es erschien mir aber ne gute Idee. Ich geb dir da völlig recht: Ziegenkäse verbinde ich total mit Genießen und Schlemmen und dem guten Leben.

      Dankeee für deine lieben Worte und es macht mich sehr glücklich, dass Du jetzt Lust hast auf Quiche! 😉

      Liebe Doro, hab noch ein wunderbares Wochenende!! Bis ganz bald :-I
      Liebe Grüße
      Katja

      PS: Das mit der Sonne wird heut nix, aber morgen dann, olé! 🙂

  3. Boa Katja,
    die Bilder sind ja mal der Knaller! Ich glaube, ich bin gerade ein bisschen Quiche-verliebt! So viele gute Zutaten und dann auch noch dieser herrliche Guss. Ganz ehrlich: Ich habe noch nie Quiche gemacht. Aber das schiebe ich einfach auf unseren Ofen. Der ist nämlich eine echte Diva und der Gedanke, dass wir 1:15 h auf unser Essen warten uns es dann komplett verkokelt ist, macht nicht so richtig viel Freude. Ich glaube, ich lade mich einfach mal bei dir zum Quiche futtern ein 😉
    Ganz herzliche Grüße, Mia

    1. Hahaha, ich muss gerade lachen über das „Boa“! 😀 Ich bin nämlich ehrlich gesagt total platt über die lieben Kommentare und das Lob, weil ich ja selbst gar nicht mehr an diese Quiche geglaubt hab. Das war ganz schliiiimm, hahaha!
      Ich freu mich, wenn Du in love bist mit dieser Quiche. Die war auch wirklich lecker. Speziell an Tag 2, da war sie noch besser.
      Ok, abgemacht, sehr sehr gerne kommste mal bei mir zum Quiche essen vorbei. Im Grunde kannst du im Hamburg losfahren, wenn ich die in den Ofen schiebe! 😀 Fast!! 😉
      Also ich kanns dir trotzdem empfehlen, es mal zu wagen. Musst eben nur viel Zeit mitbringen, ahaha 😉
      Meine liebe Mia, ich wünsche Dir noch einen wunderbaren Sonntagabend!!
      Gaaaanz liebe Grüße
      Katja

      1. Hihi, ja das „Boa“ musste einfach raus. Gedacht, geschrieben 😉
        Wie gut, dass die Quiche dich doch nicht im Stich gelassen hat hihi
        So machen wir das! Aber vielleicht trau ich mich ja doch. Bei meinen Eltern ist der Ofen deutlich gnädiger, da werd ich es mal versuchen 🙂
        Dir einen zauberhaften Tag, Mia

  4. Ohhh was für ein Stress. Aber wie heißt es so schön – was länge währt, wird endlich gut 🙂
    Aber dieses Bangen vor dem Backofen, kann ich absolut nachvollziehen. Ich leg hier ständig ne Freestyle Runde ein, geht mit Quiche und Tartes ja auch soooo gut, und selbst bei den Rezepten passt häufig die Backzeit nicht. Letztens musste ich meinen Mann mit einer Quiche alleine lassen, weil ich los musste und sie noch nicht fertig war. Nicht, dass ich meinem Mann nichts zutrau, aber vollstes Vertrauen hatte ich dann auch nicht, zumal die Quiche für Gäste war.
    Deine Quiche ist der absolute Hammer, Zucchini ist ja eh mein Gemüse und Tomaten sowieso… Und Ziegenfrischkäse obendrauf – YAY!
    Ich glaub, ich muss auch schnell wieder Quiche backen 🙂
    Ganz, ganz liebe Grüße,
    Kimi

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