Winter-Flammkuchen mit Wirsing, Speck und Maronen

|| Wie man von Bratwurst Kopfschmerzen bekommt & das Rezept für einen deftigen winterlichen Flammkuchen ||

Winter-Flammkuchen mit Wirsing, Speck und Maronen

Heute wird es passend zur Jahreszeit ganz winterlich auf dem Blog. Draußen hat es geschneit, Rentner mit nervtötend blinkenden Nikolausmützen werden busseweise in unsere kleine Stadt gekarrt, überall riecht es nach Waffeln, Bratwurst, schlechtem Parfum und Glühwein. Es ist wieder Weihnachtsmarkt!

Der Weihnachtsmarkt ist schon eine schöne Sache. Man trifft viele Leute und probiert die leckersten Dinge. Wenn es dann noch ein bisschen schneit, kommt man automatisch in Weihnachtsstimmung. Okay da mag auch der ein oder andere Glühwein seinen Beitrag zu leisten.

Winter-Flammkuchen mit Wirsing, Speck und Maronen

Winter-Flammkuchen mit Wirsing, Speck und Maronen

Der ein oder andere Glühwein zu viel bewirkt allerdings das Gegenteil. Man lacht ganz unweihnachtlich viel zu laut, zotige Geschichten werden ausgepackt, die definitiv unter keinen Weihnachtsbaum gehören, und am nächsten Morgen hat man ganz unchristliche Kopfschmerzen. Wie bei so vielen Dingen richtet sich hier auch alles nach dem richtigen Maß der Dinge. Und eine Tasse pappsüßer Glühwein mehr oder weniger kann entscheidend sein, ob man sich beseelt fühlt und wie vom Christkind geküsst oder so benommen, als wäre der Weihnachtsmann mit seinen 18 oder 28 Rentieren persönlich über einen drüber gerumpelt.

Glühwein. Muss denn das sein? Oft ist er zu süß, zu stark gewürzt, zu wenig gewürzt, zu sauer, zu kalt, zu heiß, zu stark, nicht stark genug („Do is ja gar nix drin in dem Zeuch!“) und definitiv immer ist er ab der Hälfte der Tasse eiskalt und ungenießbar. Warum also das Ganze? Ist es ein Trick der Pharmaindustrie? Das könnte man fast vermuten. Wahrscheinlich decken sich Apotheken zur Weihnachtsmarktzeit nicht nur mit Bergen von Taschentüchern, Nasenspray und Halsschmerztabletten ein, sondern auch mit einer LKW-Ladung an Ibuprofen und Aspirin.

Winter-Flammkuchen mit Wirsing, Speck und Maronen

Winter-Flammkuchen mit Wirsing, Speck und Maronen

Vernünftigerweise würde man lieber ein gutes Bier auf dem Weihnachtsmarkt genießen zu seiner Bratwurst. Da weiß man, was man hat. Allerdings ist es natürlich zu kalt für Bier. Die Glühwein-Mafia nutzt den Fakt, dass es im Dezember nun mal meistens richtig fies kalt ist, gnadenlos aus und lockt durchgefrorene Touristen und Einheimische mit dem süßen Stöffsche.

Der erste ist auch meist wohltuend und wärmend. „Aaaaah, tut der gut!“ und „Ooooh, das ist jetzt genau das Richtige!“ funktioniert eben einfach nicht mit einem eiskalten Pils. „Oh, so ein herrlich kaltes Bier kommt jetzt richtig gut bei meinen kalten Händen. Ein Träumchen! Da steigt die Kälte schön runter bis in die halberfrorenen Zehen. Mann, das tut gut!“

Winter-Flammkuchen mit Wirsing, Speck und Maronen

Winter-Flammkuchen mit Wirsing, Speck und Maronen

Offensichtlich ist das also alles ein abgekartetes Spiel. Kälte, Weihnachtsmarkt, Bratwurst und Glühwein gehören so eng zusammen wie Lorelai und Rory Gilmore. Da kommt nichts zwischen und das eine gibt es ohne das andere nicht. Und das erklärt auch, wie man von Bratwurst Kopfschmerzen bekommen kann!

Kommen wir aber mal zu den Wintergenüssen ganz ohne Kopfschmerzen. Man kann auch zuhause, fernab von diesem teuflischen Fusel und seinen listigen Kumpanen, den Winter und die Vorweihnachtszeit genießen. Zum Beispiel mit einem winterlichen Flammkuchen mit Wirsing, Speck, Maronen und würzigem Taleggio.

Winter-Flammkuchen mit Wirsing, Speck und Maronen

Winter-Flammkuchen mit Wirsing, Speck und Maronen

Tal was? Taleggio. Ein italienischer Weichkäse, der extrem aromatisch und ziemlich intensiv ist. Zu diesem deftigen Winterflammkuchen genau der richtige Begleiter. Wirsing als klassisches Wintergemüse, schön in Butter gedünstet, ergänzt sich wunderbar mit dem würzigen Speck und den süßen Maronen. Der Käse sorgt für die gewisse intensive Note – eine wirklich spannende Kombination, die total nach Hüttenzauber und Winterwohlfühlland schmeckt.

Wirsing verliert auf diesem schicken Flammkuchen auch glatt sein angestaubtes Image. Zusammen mit Speck und Maronen wirkt er geradezu elegant, ja mit dem italienischen Käse sogar mondän. Ein deftiger Flammkuchen mit dem gewissen Schick also. Kann man das so sagen? Ich finde schon. Er schmeckt raffiniert und besonders – und das bei den urigen Zutaten. Garantiert könnt ihr diesen Winter-Flammkuchen bestens euren Freunden servieren. An einem kalten Winterabend – drinnen im Warmen natürlich.

Läuft das Wasser schon im Munde zusammen? Dann kommt hier das Rezept:

Winter-Flammkuchen mit Wirsing, Speck und Maronen

Winter-Flammkuchen mit Wirsing, Speck und Maronen
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Winter-Flammkuchen mit Wirsing, Speck und Maronen

In Butter gedünsteter Wirsing, gebratener Speck und süße Maronen – überbacken mit intensiv-würzigem Taleggio machen diesen deftigen Winter-Flammkuchen besonders raffiniert.

Vorbereitungszeit 15 Minuten
Zubereitungszeit 12 Minuten
Arbeitszeit 27 Minuten

Zutaten

  • 1 Flammkuchenteig aus dem Kühlregal
  • 3 Handvoll Wirsing, in Streifen geschnitten
  • 200 g Maronen
  • 90 g Speckwürfel oder Rohschinkenwürfel
  • 50 g Taleggio gibts z.B. an der Käsetheke beim Edeka
  • 2 EL Butter
  • 125 g Crème fraîche
  • Salz & Pfeffer

Anleitungen

  1. Den Flammkuchenteig auf einem Blech entrollen. Die Crème fraîche mit der Rückseite eines Löffels auf dem Flammkuchenteig verstreichen.

  2. 1,5 EL Butter in einer großen Pfanne zerlassen und darin zuerst den Speck kräftig anbraten. Dann den Wirsing hinzugeben und ihn ca. 6 bis 8 Minuten andünsten, bis er weicher geworden ist, aber noch etwas Biss hat. Mit Salz und Pfeffer würzen.

  3. In der Zwischenzeit 1/2 EL Butter in einer kleinen Pfanne zerlassen und darin die Maronen ca. 5 Minuten andünsten.

  4. Wirsing, Speck und Maronen auf dem Flammkuchen verteilen. Nun den Taleggio in kleinen Stücken auf den Flammkuchen streuen. Ab damit in den Ofen, untere Schiene bei 200° C Umluft für ca. 12 Minuten. Wenn der Käse geschmolzen ist, Teig und Wirsing leicht gebräunt sind und es kräftig würzig duftet, ist der Flammkuchen fertig.

Rezept-Anmerkungen

  • Falls ihr Taleggio nicht bekommen könnt, kann ich mir alternativ auch gut Gorgonzola oder Saint Albray oder Camembert vorstellen - je nachdem wie würzig ihr es mögt.
  • Vom Taleggio nicht irritieren lassen beim Auspacken - die grünlichen Schimmelflecken in der orangen Rinde gehören dazu. Er schmeckt herrlich!

Winter-Flammkuchen mit Wirsing, Speck und Maronen

Winter-Flammkuchen mit Wirsing, Speck und Maronen

Dazu empfehle ich übrigens ein kaltes Bier. Keinesfalls greifen wir hier zu einem heißen Glühwein, oh nein. Das wäre nur in Ordnung nach dem Genuss dieses Flammkuchens. Denn der wärmt schön von innen und ist eine Spitzengrundlage für den Weihnachtsmarktbesuch. Mit dem Flammkuchen im Bauch geht der Kelch des unweihnachtlichen vierten oder fünften Glühweins möglicherweise sogar an euch vorüber! Probiert es einfach mal aus und berichtet mir gerne. Das wäre eine spannende Erhebung. Statt Nachsorge mit Aspirin und Co. könnten wir Vorsorge mit Winter-Flammkuchen betreiben. Wie raffiniert.

Genießt die Vorweihnachtszeit mit mehr oder weniger viel Glühwein und esst Flammkuchen!

Alles Liebe ♥ Eure Ermittlerin in Glühwein-Mafia-Verdachtsfällen

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4 thoughts on “Winter-Flammkuchen mit Wirsing, Speck und Maronen

  1. Ich habe erst vor kurzem zum ersten Mal Maronen probiert, heiße allerdings, hat ganz gut geschmeckt, so wie Kartoffel und halt nussig 😉 Konnte man essen 😉 schönes Rezept, werde ich mal beherzigen!
    Liebe Grüße

    1. Liebe Franzi,

      ich finde Maronen super lecker. Gerade die heißen auf dem Weihnachtsmarkt liebe ich über alles. Genau, die schmecken schön nussig und leicht süß. Das passt hervorragend zum Speck und zum Wirsing. Den Testessern – das waren mal wieder die Mädels am Mädelsabend – und mir hat es geschmeckt. Probier ihn einfach mal aus, wenn du Lust hast. Ich wünsch dir viel Spaß dabei und Guten Appetit 🙂

      Hab noch eine schöne Zeit und bis bald noch mal!

      Liebe Grüße
      Katja

  2. Ich finde deine Rezepte immer so lecker! Wenn ich deine Bilder auf Instagram sehe, bekomme ich gleich Appetit 🙂
    Einen schönen Abend wünsche ich dir, liebe Katja ♥
    Yuliana

    1. Liebe Yuliana,

      hmmm ich möchte dir natürlich nicht dauerhaft Hunger machen – das ist ja auch eher unangenehm! 😉 Aber andererseits höre ich das natürlich seeehr gerne – und es gibt ja fast kein schöneres Kompliment. Ich danke dir! 🙂 Gern geschehen, so zu sagen 😉

      Ich wünsche dir noch ein schönes Restwochenende und bis bald nochmal ♥

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