Indisches Chicken Curry mit Bananen

|| „Einmal Samosa mit Bratkartoffeln, bitte!“ Oder: Schnitzelglück vs. indische Exotik ||

Indisches Chicken Curry

Wer ist auch Fan von indischem Essen? Hände hoch! (Im Sinne von aufzeigen natürlich, nicht wie bei der Polizei, versteht sich.)

Ich liebe indisches Essen. Und das, obwohl ich noch nie in Indien war. Aber am Ende des Tages muss man ja auch nicht in einem Land gewesen sein, um dessen Küche zu schätzen. Heutzutage geht man ja zum besten Inder der Stadt in London, Paris oder München. Jet-Set lässt grüßen. Man geht allerdings nicht zum besten Inder der Stadt im Wald, hier bei mir, hinter den 7 Bergen bei den 7 Zwergen. Nein, das macht man ganz und gar nicht.

„Warum nicht?“ fragt die Stadtbevölkerung irritiert. Na weil es hier kein indisches Restaurant gibt. Betretenes Schweigen im Raum. Ich verstehe. Ich bin selbst peinlich berührt.

Indisches Chicken Curry

Indisches Chicken Curry

Warum ist das eigentlich so? „Weil kei Sau hingähe würd!“ Das ist die Antwort, die man sich hier gibt, auf die Frage, warum es keine Sushibar oder keinen Inder vor Ort gibt.

Tja, das ist wohl wahr bzw. ist es das wirklich? Ich für meinen Teil kenne hier eine Menge Leute, die indisches Essen lieben – und das haben sie ganz weltmännisch in London, Paris, New York oder sogar in Indien probiert und lieben gelernt! Und noch mehr Menschen hier in the forest lieben Sushi. Ich kenne weit mehr Leute, die Sushi mögen als solche, die es nicht mögen.

Trotzdem ändert das scheinbar nichts daran, dass ein Restaurant hier lieber Schnitzel serviert als Maki, Nigiri oder Butter Chicken. Versteht mich nicht falsch: Ich liebe Schnitzel! An Schnitzel ist nichts, aber auch gar nichts Falsches. Liebe Freunde von mir haben ganz besondere Kosenamen für einander. Sie ist in seinem Handy unter Schnitzel abgespeichert. Was keinesfalls despektierlich gemeint ist, sondern voller aufrichtiger Zuneigung.

Indisches Chicken Curry

Indisches Chicken Curry

Schnitzel sind saugut (Pardon, aber der Kraftausdruck passt nun mal zur Thematik). Und wir können sie hier in vielen Variationen in unfassbar guten Gasthäusern und Restaurants essen. Das macht mich auf jeden Fall extrem glücklich.

Ich liebe es, zwischen Jägerschnitzel, Kochkäs-Schnitzel und Bolognese-Schnitzel wählen zu können. Dazu ein kaltes Bier und das Glück ist perfekt. Würde man hier eine Portion Samosa oder Tandoori Chicken bestellen, würde es wohl heißen: „Mit Pommes oder Kroketten? Wiener Art oder vom Kalb?“ Da das am Ende wohl auch keine Option wäre, bleiben wir einfach beim Schnitzel und träumen nachts, leise, still und heimlich von indischen Currys – ohne Kroketten, dafür mit Bratkartoffeln. Oder so ähnlich.

Indisches Chicken Curry

Indisches Chicken Curry

Indisches Chicken Curry

Wenn einen die Lust auf Exotik aber doch einmal so richtig überkommt, dann musst du dich eben selbst in die Küche stellen. Und für alle, denen das genauso geht – irgendwo in einem deutschen Wald, auf einer Wiese, auf einem Berg, auf einer Insel – teile ich heute dieses wunderbare indische Rezept zum Selberkochen und zum Genießen, wie man es besser kaum in einem Restaurant könnte.

Okay, man muss halt den Kochlöffel in die Hand nehmen und etwas tun für den Genuss. Aber belohnt wird man am Ende mit einem oberleckeren indischen Chicken-Curry mit zartem Hühnchen, mit süßen Bananen und Rosinen und einer sämigen Joghurt-Curry-Sauce, die zum Reinlegen gut ist.

By the way: Lasst das mit dem Reinlegen. Es wäre zu schade drum. Lieber essen bis nichts mehr geht. Die Gefahr besteht bei diesem göttlichen Bananen-Curry nämlich definitiv. Es ist sehr sättigend. Aber ich konnte nicht aufhören, zu essen. Da hilft dann nur noch glückliches vom Esstisch Wegrollen bis zur Couch, sich mühevoll hochziehen und auf die Polster sinken (tief, sehr tief einsinken, versteht sich), obersten Hosenknopf auf und Netflix an. Aaaah… das ist doch paradiesisch, oder?

Indisches Chicken Curry

Und wer kann schon beim Inder vom Stuhl runtergleiten (gleiten ist sehr beschönigend für diesen unwürdigen Anblick) und sich aufs nächste Sofa pflanzen und dabei noch die Kleidung lockern, weil der Bauch prall gefüllt mit Chicken-Curry ist?

Eben. Das geht nämlich ganz und gar nicht und würde wohl zu einem mindestens einjährigen Hausverbot führen. Dann doch lieber ungezwungen zuhause schlemmen und rumrollen. Schmecken tut es eh so gut wie beim Inder, ach was, besser!

Das müsst ihr letztendlich selbst beurteilen. Mir hat dieses süße, exotische Curry mit Hühnchen und Joghurt jedenfalls mega gut geschmeckt. Glück pur auf dem Löffel. Süße und die Aromen Indiens – da bin ich im indischen Food-Himmel.

Genug gehört? Sehe ich auch so. Dann kommt hier das Rezept für ein schnelles und einfaches Indisches Chicken Curry:

Indisches Chicken Curry

Indisches Chicken Curry mit Bananen

Exotisches Curry mit Hühnchen, Karotten, Ingwer, Bananen, Rosinen und Erdnüssen in einer feinen indischen Joghurt-Sauce – einfach zuzubereiten und raffiniert im Geschmack

Gericht Hauptgang
Länder & Regionen Indisch
Vorbereitungszeit 10 Minuten
Zubereitungszeit 30 Minuten
Arbeitszeit 40 Minuten
Portionen 3 Personen

Zutaten

  • 500 g Hähnchenbrustfilets
  • 50 g Rosinen
  • 2 Bananen, geschält und in Scheiben geschnitten
  • 2 Karotten, geschält und in Stifte geschnitten
  • 1 Zwiebel, mittelgroß, geschält und fein gewürfelt
  • 1 Knoblauchzehe, geschält und fein gehackt
  • 3 cm Ingwer, geschält und fein gehackt
  • 2 EL neutrales Pflanzenöl
  • 4 TL Garam Masala gibt es im Asia-Laden und in gut sortierten Supermärkten
  • 1 TL Kurkuma gibt es im Asia-Laden und in gut sortierten Supermärkten
  • 400 ml Geflügelfond alternativ Geflügelbrühe
  • 250 g Griechischer Joghurt
  • 50 g Erdnusskerne, gesalzen, grob gehackt
  • 2 EL Zitronensaft
  • Salz
  • 2 EL frische Petersilie, fein gehackt, nach Belieben zum Servieren
  • Reis nach Belieben

Anleitungen

  1. Die Rosinen in eine kleine Schüssel geben und mit kochendem Wasser aus dem Wasserkocher bedecken und ca. 5 Minuten einweichen lassen. Anschließend abschütten und in einem Sieb abtropfen lassen.

  2. Das Hühnchen waschen und trockentupfen. In einer großen Pfanne das Öl erhitzen und das Fleisch darin scharf anbraten. Wenn es gold-braun ist, das Fleisch aus der Pfanne nehmen und in mundgerechte Stücke würfeln und beiseite stellen. Wenn das Fleisch innen noch leicht rosa ist, macht das nichts, da es später noch im Sud weitergaren wird.

  3. Nun den Knoblauch, Ingwer, die Zwiebelwürfel und die Karotten in die Pfanne geben und für 2 - 3 Minuten glasig anschwitzen. Garam Masala und Kurkuma in die Pfanne geben und kurz mitanrösten. Dann den Geflügelfond angießen, das Fleisch, die Bananen und die Rosinen in die Pfanne geben und alles auf kleiner Hitze für 10 Minuten köcheln lassen.

  4. Die Pfanne vom Herd nehmen und den Joghurt einrühren. Die Erdnusskerne dazugeben und alles gut umrühren. Anschließend mit Zitronensaft und Salz abschmecken. Nach Belieben mit ein wenig Petersilie bestreuen und zusammen mit Reis nach Wahl (z.B. Basmati) servieren.

Indisches Chicken Curry

Indisches Chicken Curry

Es lohnt sich, dieses Curry auszuprobieren. Gerade wer ebenfalls kein indisches Restaurant in der Nähe (Nähe… wir reden hier von einem Umkreis von 40 Kilometern!) hat, der kann sich so seine Portion Indien und Exotik nach Hause holen. Ich wünsche euch viel Vergnügen dabei, lasst es euch schmecken und fröhliches Rumrollen hinterher!

Alles Liebe ♥ Eure Katja

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4 thoughts on “Indisches Chicken Curry mit Bananen

  1. Liebe Katja,
    das kenne ich nur zu gut. Bei mir gibt es auch keinen Inder weit und breit, obwohl es sooo lecker ist. Und ja obwohl ich selbst auch noch nicht in Indie war, liebe ich die indische Küche 😉
    Zum Glück gibts wenigstens Sushi, dann kann ich über die fehlenden indischen Restaurants hinwegsehen.
    Dein Curry sieht aber himmlisch aus!! Ich denke wenn ich wieder den Hunger nach indischem Essen verspühre (und London oder Indien nicht gerade in der Nähe sind) greife ich auf dein Rezept zurück!
    Ein bisschen virtuelles Sushi an dich und liebe Grüße, Anastasia

    1. Liebe Anastasia,

      da bin ich ja froh, dass es nicht nur mir so geht. Also gibt es doch noch andere da draußen – hinter anderen sieben Bergen, in Wäldern und auf Inseln, die nicht in den Genuss kommen von internationaler Küche. Nicht dass ich dir das nicht wünschen würde!! 🙂
      Aber eben – man muss sich dann nur zu helfen wissen. Und da helfe ich gerne mit diesem Curry. Schmeckt wiiiirklich richtig lecker und dank Bananen und Gewürzen auch schön exotisch. Und bevor man am Ende noch bei nem schlechten Inder landet, macht man es doch lieber selbst 😉
      Aber ein bisschen neidisch bin ich ja schon, dass es bei dir dafür Sushi gibt. Haaaach, ich fürchte, das bekommen wir nie hier in den Wald. Naja, da machste nix. Essen wir eben indisch – zuhause 😉 Oder leckeres Schnitzel auswärts – und meistens ausgesprochen günstig. Das ist ja auch nicht zu verachten.

      Ich wünsche dir noch eine schöne Restwoche!

      Liebe Grüße
      Katja

  2. Als Dorfkind kann ich das total nachvollziehen der nächste Inder ist bei uns knapp 50 km entfernt und die nächste Sushi Bar leider auch. Einen Griechen hätten wir in der Nähe, aber das kann man seinen Mitmenschen ja kaum zumuten. Da bleibt dann auch nur entweder die gut-bürgerliche Küche, der Italiener oder selbst ran an den Herd… ach ja und der Peter von Frosta kann ja angeblich exotisches aus aller Welt, aber der kommt mir nicht in die Küche, da koch ich lieber selbst. Aber ich find’s auch gar nicht so schlecht, selbst zu kochen… und ich sag’s dir, es hat auch Vorteile, wenn man zum Beispiel mal nicht einfach so, alles nach Hause liefern lassen kann. #teamdorfkind

    Zu deinem Curry… aussehen tut’s lecker und wenn ich nicht genau wüsste was drin ist… daaaaann würd ich sagen „Her damit!“ 😉 Das hab ich jetzt nett gesagt, gell? Hahaha!

    Ganz liebe Grüße.
    xo.mareen

    1. #teamdorfkind finde ich gut! 😀

      Jaaa, ich hab mir dieses Schicksal aber sogar selbst ausgesucht, bin von der Großstadt hier in die Kleinstadt gezogen. Aber das hab ich ja so gewollt und ich liebe es hier! Wenn, ja wenn nur die Sache mit den Restaurants nicht wäre.
      Aber wie du sagst, dann müssen wir eben selbst ran an den Herd. Das können wir ja 😉
      Nenenene, der Peter verkauft mir auch nichts. Da bin ich völlig bei dir. Zum Glück gibt es aber auch hier hinter den sieben Bergen einen Asialaden und gut sortierte Supermärkte mit Feinkostabteilungen. So kommen wir doch zu unserem indischen Essen.

      Und weißt du was? Morgen gehen wir Schnitzel essen! Und ich freu mich drauf 🙂

      Ich wünsche Dir noch ein fabelhaftes Wochenende!

      Liebste Grüße
      Katja

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