Harira – orientalische Linsensuppe

|| Von Gummistiefeln und schlechtem Timing & das Rezept für eine super aromatische Harira aka marokkanische Linsensuppe ||

Harira Suppe
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Hello und willkommen zur Suppenzeit auf dem Blog! Ok, ich gebe zu, das Timing könnte besser sein. Hochoffiziell liege ich richtig mit meinem Suppenrezept zum jetzigen Zeitpunkt, schließlich ist es Herbst. Mitte Oktober, um genau zu sein.

Dass es letztes Wochenende 23 Grad und heute, wo ich was von Kuscheln mit Suppe (naja, lieber nicht MIT der Suppe, sondern irgendwie davor oder danach) schreiben will, auch wieder sommerliche knapp 20 Grad draußen hat – das macht mir natürlich einen Strich durch die Suppen-Rechnung, wenn ihr versteht.

Marokkanische Linsensuppe

Schlechtes Timing gibts offensichtlich nicht nur beim Daten, nein, auch in Sachen Essen kannst du zur falschen Zeit am falschen Ort sein: Fondu macht man nicht im Sommer, genauso wenig wie Raclette. Da würde der Käse ja schon in der Sonne schmelzen – welchen Sinn hätten da noch die Pfännchen? Strom-Verschwendung! (Ok, der musste einfach sein. Verzeihung.)

Da fällt mir ein, dass es auch in der Mode falsches Timing gibt. Nackte Beine im Winter – nein, nein! Zumindest war das früher mal so. Wenn ich es mir recht überlege, wurde mir eben in einem bekannten Modemagazin, was ich zum Samstagsmorgenkaffee genossen habe, vorgeschlagen, ich solle mein Sommerkleid herbsttauglich machen mit Bomberjacke (okeee, I get it) und tagsüber mit Gummistiefeln…. äääh…. NEIN! Alles hat Grenzen. Ich liebe Mode, aber ich glaube, dieser Look wurde gewürfelt und nicht kreiert.

Orientalische Linsensuppe

Herbsttauglich machen ist aber ein gutes Stichwort und bringt mich wieder zurück zum Thema: die Suppe. Da hab ich euch heute eine kuschlig-wohlige Suppe mitgebracht, genauer gesagt, einen Eintopf – und das im 18-bis-20-Grad-Oktober ’22. Na toll. Da wollte ich EINMAL keinen Kürbis-Post machen, weil das langsam an Spam grenzt, was die Foodblogger uns allen um die Ohren hauen – und zack, mieses Timing.

Aber… der Winter naht! (Es war ein heimlicher Traum von mir, diesen Satz ein Mal sinnvoll in einem meiner Beiträge verwenden zu können. Jetzt bin ich glücklich.) Und weil das so ist, kann ein neues Suppenrezept nur gut und richtig sein. Und deshalb zieh ich das jetzt auch durch mit der Suppe. Hier ist also für euch ein neuer Suppen-Liebling:

Olivenöl und Pistazien fürs Rezept

Harira – marokkanische Linsensuppe

Ich würde ja jetzt gerne sagen, dass ich auf meinen unzähligen Reisen in Afrika diese dort typische Linsensuppe vielerorts probiert habe und dies das Rezept aus einer marokkanischen Suppenküche ist etc. pp.. Das ist aber nicht so.

Was soll das dann mit der orientalischen Suppe?

Na ganz einfach: Ich stehe total auf die orientalische Aromenwelt. Und ich liebe Linsensuppe. So einfach kann es sein.

Marokkanischer Kichererbseneintopf

Bei meinen Rezeptrecherchen bin ich dann auf Harira gestoßen, auch bekannt als marokkanische Linsensuppe oder orientalischer Kichererbseneintopf. Rezepte hab ich viele verschiedene gesehen, d.h. mal mit roten, mal mit braunen Linsen. Auch die Gewürze variierten. Und soll ich euch was sagen: Das macht es für mich aus. Dann hab ich richtig Lust, so ein Rezept auszuprobieren, wenn es Freiheiten gibt und man im Grunde das Basis-Gericht nach seinem Geschmack anpassen kann – oder nach dem, was der Gewürz- und der Kühlschrank hergeben. So soll es eigentlich immer sein bei einem Eintopf, nicht wahr?

Harira – die wichtigsten Zutaten der orientalischen Linsensuppe

  • Braune Berglinsen (alle braunen Linsen sind denkbar, ebenfalls rote oder grüne Linsen)
  • Kichererbsen
  • Gewürze: Kreuzkümmel, Paprikapulver, Kurkuma, Zimt, Harissa-Pasta und frischer Ingwer
  • Suppenbasis: Zwiebel und Knollensellerie
  • Servieren mit Zitronenscheiben & Petersilie, optional mit Joghurt und Pistazien
Harira Rezept

Ich hab für meine Harira braune Linsen verwendet, genauer gesagt Berglinsen. Die sind ziemlich fein und ich mag sie gern, weil sie nicht so extrem aufkochen, also immer noch einen gewissen Biss behalten. Als Suppenbasis hab ich Knollensellerie verwendet. Es geht aber genauso mit Karotten oder auch mit Staudensellerie. Ingwer kommt rein, frisch oder getrocknet. Ich hab mich für frischen entschieden – den hab ich eh immer da, weil ich im Herbst (ja auch bei 20 Grad) oft Curries koche (Ja, schwitz… schon klar, schlechtes Timing. Ich weiß.).

Zurück zur Harira: Der Mitbewohner sagte: „Die hat ganz schön Bums!“ und leichte Schweißperlen traten auf die Stirn. Ja, ganz recht, das lag sicherlich an der lauen Außentemperatur von 16 Grad am Abend und NICHT an der leicht scharfen Linsensuppe!

Joghurt passt gut zur orientalischen Suppe

Mal im Ernst: Scharf fand ich die nicht. Sie ist sehr aromatisch – weil sie mit so wunderbaren Gewürzen wie Ingwer, Zimt, Kurkuma und Kreuzkümmel gewürzt ist. Einen Hauch Schärfe hat sie – der kommt in meinem Rezept von der Harissa-Paste. Einen Esslöffel habe ich rangemacht. Wie immer: Wer mehr Bums mag, der nimmt mehr, wer keine Schärfe mag, der nimmt weniger.

Ich finde, diese orientalische Linsensuppe ist ein echtes Gedicht! Wahnsinnig aromatisch versetzt sie uns in exotische Gefilde. Man kann die fernen Länder förmlich schmecken und davon träumen, Löffel für Löffel. Die Harira ist eine richtige Powersuppe – wohltuend und sättigend. Danach ein zufriedenes: „Aaaaaahhhhh… die war gut!“ ist das Mindeste, was der Koch erwarten darf.

Nordafrikanischer Linseneintopf mit Joghurt-Topping

Da ist es glatt egal, dass es aktuell quasi zu warm für Suppe ist. Harira geht immer. Ok, im Hochsommer brauch ich sie tatsächlich nicht, aber genauso wenig brauch ich jetzt Gummistiefel zum Sommerkleid. Dann lieber eine wärmende Suppe.

Übrigens der Trend zur Suppe bzw. zu veganen oder vegetarischen Eintöpfen, sprich, Gemüse-Eintöpfen, den finde ich einen sehr guten. Ich reduziere meinen Fleischkonsum immer mehr und bin so immer auf der Suche nach veggie oder sogar veganen Rezepten für meinen Alltag. Ich hoffe, ich hole euch da auch ab. Denn ehrlicherweise ist das das Essen der Zukunft. Und das Schöne ist doch, wenn dazu so traditionelle Rezepte wieder oder immer noch Verwendung finden. Das nenn ich einen viel besseren Trend als Gummistiefel mit Luxusmarken-Logo.

Hier kommt nun für euch das Rezept für eine super leckere, aromatische Harira Suppe:

Harira vegan

Harira – marokkanische Linsensuppe

Vegane, orientalische Linsensuppe mit Kichererbsen und braunen Linsen

Länder & Regionen Marokko, Orientalisch
Keyword Eintopf, Gemüse, linsen, Linsensuppe, vegan, vegetarisch
Vorbereitungszeit 8 Minuten
Zubereitungszeit 37 Minuten
Arbeitszeit 45 Minuten
Portionen 4 Personen

Zutaten

  • 1 Zwiebel
  • 300 g Knollensellerie
  • 3 cm Ingwer
  • 1 TL Paprikapulver edelsüß
  • 1 TL Kreuzkümmel
  • 1 TL Kurkuma
  • 3/4 TL Zimt
  • 1 EL Tomatenmark
  • 1 EL Harissa-Paste
  • 150 g braune Linsen, z.B. Berglinsen
  • 265 g Kichererbsen, Abtropfgewicht (400 g Dose)
  • 1 l Gemüsebrühe
  • 400 g Tomaten, stückig (Dose)
  • 2 EL Mehl
  • 70 ml Wasser
  • 1 Zitrone
  • 15 g glatte Petersilie
  • Salz und Pfeffer
  • Olivenöl
  • Pistazienkerne zum Servieren optional
  • Joghurt zum Servieren optional

Anleitungen

  1. Zwiebel und Ingwer schälen und sehr fein würfeln. Sellerie schälen und fein würfeln. Kichererbsen gut abspülen und abtropfen lassen. Linsen waschen und ebenfalls gut abtropfen lassen.

  2. Olivenöl in einem großen Topf erhitzen, Zwiebel und Ingwer darin 2 – 3 Minuten unter Rühren glasig andünsten. Sellerie dazu geben und alles zusammen unter Rühren mit einer Prise Salz ca. 5 Min. auf mittlerer Hitze andünsten.

  3. Hitze etwas höher stellen, Gewürze dazugeben und unter Rühren 1 Minute mitanrösten. Tomatenmark und Harissa dazugeben, ebenfalls unter Rühren 1 Minute mitanrösten.

  4. Linsen und Kichererbsen in den Topf geben, einmal gut durchrühren, dann Brühe und die stückigen Tomaten dazugeben. Einmal alles aufkochen lassen, dann die Hitze auf klein drehen und alles 30 Minuten köcheln lassen.

  5. Kurz vor dem Ende der Garzeit die Blätter der Petersilie von den Stielen zupfen und fein hacken. Die Pistazienkerne (wenn ihr sie als Topping verwenden wollt) fein hacken. Außerdem Mehl mit rund 70 – 100 ml Wasser zu einem Brei anrühren, ohne Klumpen.

  6. Nun die Mehlmischung löffelweise in die Suppe einrühren, sodass sie sich auflöst und die Suppe ganz leicht eindickt. Bei diesen Mengen wird die Suppe nur minimal eingedickt, was ich so gerne mag. Wollt ihr sie dicker, nehmt entsprechend mehr Mehl.

  7. Fertige Suppe mit dem Saft einer halben Zitrone sowie mit ordentlich Salz und Pfeffer abschmecken. Suppe auf Suppenschalen verteilen und mit Petersilie bestreut und mit Zitronenscheiben garniert servieren.

  8. Als optionale Toppings könnt ihr grob gehackte Pistazienkerne servieren sowie Joghurt (natürlich auf Wunsch vegan).

Rezept-Anmerkungen

Wie bei fast allen Eintöpfen könnt ihr hier mit den Zutaten variieren:

  • Statt Knollensellerie gehen auch Staudensellerie oder Karotten.
  • Wer es schärfer mag, nimmt mehr Harissa-Pasta oder frische Chilischoten.
  • Wer die Suppe dicker will, nimmt weniger Brühe und / oder mehr Mehl.
  • Denkbar sind als Toppings noch gewürfelte Paprika oder Datteln.
  • Ich habe griechischen Joghurt dazu serviert, vegane Joghurts gehen natürlich auch.
  • Zur Suppe passt sehr gut Fladenbrot.
  • Statt Petersilie könnt ihr auch Koriander nehmen.
  • Safran gibt auf Wunsch auch eine feine Note an die Suppe.
  • Vorsicht mit dem Zimt: Verwendet am besten zunächst 1/2 TL, maximal 3/4. Da man Zimt leicht überdosieren kann. Mehr könnt ihr beim Abschmecken immer noch am Schluss hinzufügen, wenn ihr eine deutlichere Zimtnote haben wollt.
Marokkanische Harira Linsensuppe mit Joghurt
Harira Suppe aus Marokko

Am nächsten Tag hab ich mir eine übrig gebliebene Portion Harira nochmal schmecken lassen. Ein Traum! Wie bei allein Suppen und Eintöpfen schmeckt auch die Harira am nächsten Tag mindestens nochmal so gut wenn nicht sogar noch besser.

Zur Frage ob mit oder ohne Joghurt: Ich kanns echt nicht sagen. An Tag 1 hab ich sie mit Joghurt gegessen, war also nicht vegan, aber das spielt bei mir ja keine entscheidende Rolle. An Tag 2 hab ich sie pur, ohne Joghurt, genossen. Ebenfalls ein Knaller. Probiert es einfach aus. So oder so ist diese exotische Linsensuppe eine Bereicherung für die Eintopf- und Suppenküche. Ich kann sie wärmstens (haha, ja … schon klar ;-)) empfehlen.

Alles Liebe ♥ Eure Katja

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